(FF) Tja, Kebab ist nicht gleich Kebab, aber das wissen wir mittlerweile ja schon zu genüge. Ein Abbelen’s Kebab hat den Namen Kebab aber nicht mal verdient. Aus Hunger und Neugier war ich im Coop auf der Suche nach etwas neuem Essbaren, als ich auf das Abbelen’s Kebab stiess. Das Bild auf der Packung verhiess nur gutes, die Zubereitungszeit von 1.5 Minuten in der Mikrowelle ein (fast) perfektes Abendessen. Das Kebab wechselte also seinen Besitzer.
Zu Hause angekommen stellte ich also den Mikrowellenherd auf 600 Watt und nutzte meine 1.5 Minuten um ein wenig Zwiebel kleinzuschneiden und zwei Blätter Salat zu waschen. “Bing”, der Essensgong erklang. Wie beschrieben öffnete ich die Verpackung und hielt die eine Hand unter das Brot, während ich mit der anderen die Verpackung wegzog. Was für ein Schock! “Scheisse”, dachte ich, denn was mich da anschaute sah aus wie gekotzt nicht wirklich appetitlich aus. Eine weisse Sauce mit 2mm x 2mm grossen Irgendwas lag da in meinem Brot. Nun, ich habe schon Ameiseneier gegessen, also wird auch das versucht. Schnell waren die Zwiebel und der Salat mit im Brot und ich biss voller Neugier in das Kebab, welches eigentlich keines war. Ein beissender Geruch stieg mir in die Nase. Es fühlte ich an als ob ich auf harte, versalzene Marshmallows beissen würde. Das Brot war aber gut, der Salat noch besser und die Zwiebel die absolute Krönung, da sie den Nachgeschmack grosszügig überdeckte.
Ich frage mich ernsthaft wie man so etwas verkaufen kann. Eigentlich sollte dies unter Höchststrafe verboten werden. Dieses Mal hatte ich eindeutig den Zonk gezogen. Mal schauen was Coop dazu meint, eine allfällige Antwort werde ich an dieser Stelle veröffentlichen.
Für diesen Scheiss Frass vergebe ich die grosszügige Note 1.2.
Nachtrag: Der Coop-Konsumentendienst hat uns nun geantwortet. Erstmal finden wir es äusserst spannend, dass sich gleich mehrere Personen um unser Anliegen kümmern. Als Kunde wird man also nach wie vor ernst genommen. Kompliment an Coop. Trotzdem hat uns die Antwort nicht wirklich überzeugt. Auf die Frage warum die Verpackung nicht mit dem Inhalt übereinstimmt, resp. das Produkt nicht den üblichen Kriterien von Coop entspricht, gab es folgende Antwort:
“Wir bedauern, dass der Artikel Ihnen nicht geschmeckt hat. Seit der Lancierung des Produktes in der Woche 5 (also erst vor kurzer Zeit) haben wir keine vergleichbare Kundenmeldung erhalten. die Betrachtung der Abverkäufe zeichnet zudem ein anderes Bild, denn diese entwickeln sich leicht positiv. Deshalb gehen wir davon aus, dass das Produkt von unseren Kunden geschätzt wird und mit einem Preis von 4.95 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist.
Wir hoffen Ihnen mit der Antwort dennoch gedient zu haben.”
(Unterschrieben war es von der Mediensprecherin, deren Name wir hier nicht publizieren wollen)
Nun, auch wir haben einen Mediensprecher und kennen dieses Geschäft. Also fragten wir nach ob sie selber den Kebab denn auch schon probiert hat und prompt folgte folgende Antwort:
“Ich hätte die Geschichte gern kurz telefonisch besprochen, da wir uns aber nicht erreichen, hier unser schriftliches Feedback:
Bei diesem Produkt handelt es sich um einen Markenartikel. Hier haben wir leider wenig bis keinen Einfluss auf das Verpackungs-Design.
Ich habe den Döner probiert und er schmeckt mir, auch wenn er nicht ganz an einen Döner vom Stand herankommt. Dieser ist allerdings auch teurer. Das Preisleistungsverhältnis des Abbelen’s Kebab ist aus unserer Sicht gut.”
(Gezeichnet war es diesmal von einem Mediensprecher.)
Ok, danke für die Antwort Coop! Trotzdem ist die Aussage das der Döner nicht ganz(sic!) an einen Döner vom Stand herankommt wohl reine Untertreibung. Zudem ist es doch praktisch unmöglich, dass man als Grossverteiler keinen Einfluss auf das Verpackungsdesign hat. Ich weiss aus sicherer Quelle, dass manche Etiketten für Coop umgestaltet werden müssen. ![]()
Nun, was hat dieses Produkt mit Kebab zu tun? Gut wir wollen es jetzt endlich genau wissen und recherchierten ein wenig im Internet.
Auf Wikipedia wurden wir fündig:
Kebab (türkisch für „gegrilltes oder gebratenes Fleisch“ von gleichbedeutend arabisch كباب kabāb) steht für:
* ursprünglich Kalbfleisch in rechteckige Stücke geschnitten und gegrillt
* gegrilltes Fleisch im Orient
* im Deutschen eine Kurzbezeichnung für den Dönerkebab
* verschiedene nordafrikanische und orientalische Fleischgerichte am Spieß (auch Kabab, Kabob), wie Şiş Kebap oder Chelo Kabab
Was Coop verkauft ist eine Fleischzubereitung*, in der weder gegrillte Fleischstücke noch sonst irgendetwas Kebabähnliches enthalten ist. Zudem ist das Bild auf der Verpackung reinste Täuschung, wenn man es von unserem Standpunkt(**) aus betrachtet.
*Nach Lebensmittelgesetzgebung
**unsere Definition von Täuschung: Täuschung ist jede Einwirkung (durch aktives oder konkludentes Tun oder durch Unterlassen) auf das Vorstellungsbild eines Anderen mit dem Ziel der Irreführung über Tatsachen.
Verwandte Artikel
Wir testen Produkte und Dienstleistungen des Alltags, nach zuvor festgelegten Kriterien. Einige Resultate veröffentlichen wir auf diesem Blog. Zusätzlich schreiben wir über Neuigkeiten im Beauty- und Lifestylebereich.
Der Testblog ist eine "Non-Profit-Firma", welche von Studenten als seriöses Hobby betrieben wird.
Sie können unsere Beiträge als RSS abonnieren, um immer auf dem Laufenden zu bleiben oder sich in unseren Newsletter eintragen:
8 Reaktionen zu Abbelen’s Kebab (mit Update!)
Luis E.
20. März 2010 um 19:39 Uhr
Haha, typisch Coop.
Anussaya
20. März 2010 um 19:40 Uhr
Pat Mächler
16. Juni 2010 um 19:16 Uhr
Hab’ das Ding auch gestern probiert.
Wenn es wirklich halbwegs an einen Döner rankäme, wären der Preis von CHF 4.95 super; nur leider tut es Ersteres eben gerade gar nicht.
Das Fleisch und die Sosse erinnern eher an Zürcher Geschnetzeltes, denn an einen Döner. Das Ding lag mir so schwer im Magen wie ein Stein (und ich habe meinem Magen wirklich schon viel angetan).
Da viele neugierig sind und sich die fragwürdige Qualität bisher nicht herumgesprochen hat dürfte meines Erachtens der einzige Grund sein, wieso die Verkaufszahlen noch ansteigend sind (bzw. waren?)…
admin
22. Juni 2010 um 01:55 Uhr
Ich frag doch da mal an, wie es jetzt mit den Verkaufszahlen ausschaut…
Isaac
12. Juli 2010 um 21:25 Uhr
Gerade probiert, ich fand ihn – trotz fehlender Zwiebeln – gar nicht so schlimm, man sollte nur nicht hinsehen, denn wenn das Auge hier mitisst, dann tut es die Peristaltik umso mehr. Kurzum: passable A-Note, B-Note unter aller Sau.
Abbelens (unsere Lieblingsfirma) ruft Hot Dog zurück | der Testblog
28. Juli 2010 um 16:26 Uhr
[...] eines Befalls mit Listerien hat der Tönisvorster Fleischwarenhersteller Abbelen Hot Dogs mit Mindesthaltbarkeitsdaten vom 5.8.2010 bis 11.8.2010 zurückgerufen und vor dem Verzehr [...]
Philipp goes Mofatuning.
30. Oktober 2010 um 14:48 Uhr
Als ich gerade in den Kühlschrank blickte, hab ich mich sehr gefreut als ich diesen Fertig-Döner gesehen habe.
Sofort habe ich den Döner in die Microwelle getan.
Nach 1,5 minuten war er fertig.
Ich habe erst dran gerochen. Eigentlich ganz ok.
Doch als ich das erste mal abgebissen habe, verging mir meine freude.
Der Döner schmeckt nicht mal annähernd so gut wie ein Frischer aus der Dönerbude.
Der Fertigdöner schmeckt einfach ****
Ich konnte ihn nicht ganz aufessen weil der soo ekelig war.
Aber das ist bestimmt “Geschmackssache”
caneve.org » Blog Archive » Testblog und Testbloggen, passt das zusammen?
23. November 2010 um 12:46 Uhr
[...] interessanter ist es schon zu sehen, ob der Fotokalender der Firma X gut abschneidet oder das Kebab vom Coop geniessbar [...]